Einsatz am 16.09.2011 (2)
Nur wenige Stunden nach dem brennenden Radlader wurden Nachts um 22:11 Uhr erneut die Wehren FF Egersdorf-Wachendorf und Cadolzburg alarmiert. Diesmal nach Egersdorf mit dem Einsatzstichwort Dachstuhlbrand.
Wie es der Zufall wollte, saßen zahlreiche Feuerwehrkameraden in nächster Nähe des Gerätehauses Wachendorf privat zusammen, als der Alarm einging. Das Löschfahrzeug der FF Wachendorf konnte daher in Sekundenschnelle voll besetzt abrücken.
An der Einsatzstelle war wie gemeldet ein bereits offener Dachstuhlbrand an einem Wohngebäude vorzufinden. Da nicht ausgeschlossen werden konnte, dass sich Personen im Gebäude befanden, rückte umgehend ein Trupp unter schweren Atemschutz zur Durchsuchung vor.
Aufgrund vorhergegangener Bauarbeiten befand sich an drei Gebäudeseiten ein Baugerüst, das bis an das Dach reichte. Zeitgleich zur Personensuche im Inneren konnten daher von außen zwei C-Rohre über das Gerüst vorgenommen werden und der Dachstuhlbrand somit sehr gut aus der Nähe bekämpft werden.
Der Suchtrupp fand keine Personen im Gebäude, daher wurde dazu übergegangen, den Brand unter Atemschutz auch von innen zu bekämpfen. Beide Löschmaßnahmen zeigten bereits nach kurzer Zeit Erfolg.
Mit Hilfe der Drehleiter der FF Cadolzburg wurden die Ziegel im Firstbereich des Daches auf beiden Seiten aufgedeckt und dazu weitere Löschmaßnahmen über die Drehleiter vorgenommen.
Etwa gegen 01:30 Uhr waren die Arbeiten soweit beendet. Kein Feuer, keine Glut und keine Rauchentwicklung. Die Einheiten aus Egersdorf und Cadolzburg konnten daher abrücken. Das Löschfahrzeug der FF Wachendorf blieb mit einer Gruppenbesatzung von 1/8 vor Ort um Brandwache zu halten. Die Planung sah vor, das Objekt ca. 1-2 Stunden im Auge zu behalten.
Nach etwa 45 Minuten, also gegen ca. 2:15 Uhr, war erneut zunehmende Rauchentwicklung im Dach festzustellen. Innerhalb kürzester Zeit entwickelte sich erneut ein offenen Brand. Umgehend wurden wieder Löschmaßnahmen eingeleitet. Zuerst durch Innenangriff, dann musste aber zusätzlich ein weiteres Rohr abermals über das Baugerüst von außen vorgenommen werden, um alle Glutstellen zu erreichen. Die Wärmebildkamera, die uns die FF Cadolzburg vor Ort belassen hatte, war dafür von unschätzbarem Wert.
Die Löschmaßnahmen zeigten zwar schnell Erfolg gegen die offenen Flammen, wiederkehrende Rauchentwicklung verhieß jedoch nichts Gutes. Die Wärmebildkamera zeigte mehrere heiße Stellen auf dem Dach, die auf Glut im Isolationsmaterial schliessen liessen. Der Ausbau des Dachstuhles, die schlechte Zugänglichkeit zum First von innen und Sonnenkollektoren für Warmwasser erschwerten die Arbeiten zudem enorm.
Es blieb daher nichts anderes übrig, als die Dämmung des Daches Stück für Stück aufzubrechen und gleichzeitig das Dach von außen weiter aufzudecken. Gefundene Glutnester wurden so nach und nach gelöscht. Diese Arbeiten zogen sich bis kurz vor fünf Uhr morgens hin und forderten den Kameraden vor Ort die letzten Kräfte ab.
Danach wurde wieder eine Weile Wache gehalten, um die Entwicklung zu beobachten. Da alles ruhig blieb, wurde die Eingangstüre zum Haus verschalt. Erschöpft und Müde konnte vorerst wieder eingerückt werden. Die nächste Kontrolle wurde für ca. 07:30 Uhr angesetzt.
Um 09:31 wurde die die FF Egersdorf-Wachendorf dann erneut alarmiert, da im Kaminbereich wieder Rauchentwicklung zu sehen war.
Besonders hervorzuheben an diesem Einsatz war die wieder einmal sehr gute Zusammenarbeit mit unserer Stützpunktwehr. Vor Allem die kritische Anfangsphase verlief reibungslos und alles Machbare wurde auch gemacht.
Natürlich hat an diesem Tag jeder anwesende Feuerwehrkamerad kräftig zugepackt und sehr gute Arbeit geleistet. Dennoch gebührt den Kameraden der Brandwache ein besonderes Lob. Es war sicher nicht absehbar, dass bei der Brandwache noch solch lange andauernden, harten Arbeiten auftreten würden. Jeder dieser Kameraden wurde in der Nacht weit über das Übliche belastet. Eine super Leistung!
Ein großer Dank auch an die Nachbarschaft für ihre Unterstützung. Vor Allem dem direkt angrenzenden Nachbarn am Brandobjekt gilt unser Respekt. Die Kameraden erhielten nicht nur für die Beleuchtungsgeräte umgehend Strom aus dem Netz um spätnachts den Betrieb eines Stromerzeugers zu ersparen und somit den Lärm an der Einsatzstelle deutlich zu reduzieren, auch wurden sie mit warmen Getränken bestens versorgt. Ein herzliches Dankeschön dafür!








